Der Weg: von der Ingenieurpraxis zur Kapitalarchitektur
Mein Profil ist das Ergebnis einer Entwicklung, die ich nicht geplant, sondern erlebt habe — und die ich heute als klaren Wettbewerbsvorteil lese. Der Ausgangspunkt ist die Ingenieurwissenschaft: ein MSc in Maschinenbau an der Politecnica delle Marche, die Zulassung als Ingenieur beim Consiglio Nazionale degli Ingegneri (CNI). Das bedeutet konkret: die Gewohnheit, Systeme in ihrer Kausalität zu verstehen, Risiken an der Quelle zu lokalisieren, Komplexität nicht zu vereinfachen, sondern zu strukturieren.
Bei Saipem — als Program Governance Manager für kapitalintensive Energieprogramme in Europa und im Nahen Osten (2019-2023) — habe ich gelernt, was es bedeutet, wenn Milliarden auf dem Spiel stehen und die Governance nicht stimmt. Programme über mehrere Länder und mehrere Jahre, mit technischen, regulatorischen und kommerziellen Risiken, die sich gegenseitig verstärken. Die Lektion war klar: das grösste Risiko grosser Programme ist nicht technischer Natur — es ist das Disalignment zwischen den Akteuren, den Zielen und den Strukturen, die diese Ziele umsetzen sollen.
Governance als Disziplin, nicht als Formalität
Die Zertifizierung in Corporate Governance und General Management war die formale Bestätigung einer Überzeugung, die ich aus der Praxis mitgebracht hatte. Governance ist keine Compliance-Übung. Sie ist die Architektur, die bestimmt, ob ein Kapitalengagement seinen Zweck erfüllt oder nicht. Als AICIM Ambassador stehe ich für die Professionalität der institutionellen Kapitalmarktteilnehmer — eine Gemeinschaft, die Disziplin und Qualitätsstandards als Voraussetzung für Vertrauen versteht.
Heute leite ich als Founder & CEO von Krymax Studio eine Advisory-Plattform, die genau diese Disziplin operationalisiert: Governance, Kapitalallokation und Entwicklung kapitalintensiver Industrie- und Infrastrukturplattformen. Als Fractional Executive & Board Advisor bei YOURgroup übernehme ich direkte Mandate in Beteiligungen und inhabergeführten Gruppen. Als CEO & Chairman von Infinito Village Environment strukturiere ich eine Plattform für Umweltinfrastruktur und Kreislaufwirtschaft — mit öffentlichen und privaten Stakeholdern, die unterschiedliche Ziele, Zeithorizonte und Risikobereitschaften mitbringen.
Ownership-first: die Disziplin, die alles verbindet
Der rote Faden ist eine Haltung, keine Methode: ownership-first. Ich handle in jedem Mandat so, als wäre es mein eigenes Kapital — weil ich glaube, dass nur diese Ausrichtung langfristiges Vertrauen schafft. Das ist auch der Grund, warum ich selektiv bin: wenige Mandate, persönliches Engagement, keine Delegation des Wesentlichen. Lugano ist nicht nur ein Standort — es ist der operative Mittelpunkt eines Netzwerks, das Europa, den Nahen Osten und globale Kapitalmärkte verbindet.
Was unterscheidet Sie von einem klassischen M&A-Berater?
Ein M&A-Berater begleitet die Transaktion. Ich begleite das Investment — von der Idee bis zur Wertrealisierung. Das bedeutet: Governance nach dem Closing, operative Aufsicht in der Hold-Phase, Alignment zwischen Kapital und Umsetzung über den gesamten Lebenszyklus. Die Ingenieurwurzeln und die Programmerfahrung ermöglichen es mir, die Umsetzung zu bewerten, nicht nur das Modell.
Warum Lugano und nicht Mailand oder Zürich?
Lugano ist die operative Brücke zwischen dem italienischen Industriekapital und den Schweizer und internationalen Finanzmärkten. Es ist der Standort, von dem aus ich Europa, den Nahen Osten und die globalen Hubs gleichzeitig bedienen kann — mit der Diskretion, die institutionelles Kapital erwartet, und der Nähe zur industriellen Realwirtschaft, die mein Profil verlangt.

